Februar 15th, 2017 by DR_vip

Zugegeben, das hört sich ziemlich schräg an. Du brauchst auch kein Gesangsstalent zu sein. Ein einfacher Singsang reicht aus. Diese Methode entdeckte ich vor vielen Jahren während meiner eigenen Schulzeit. In Englisch sollten wir die unregelmäßigen Verben lernen und bekamen die berühmte Tabelle, die wahrscheinlich jeder kennt, der einmal Englisch gelernt hat. In meiner Tabelle standen links die Infinitivformen, gefolgt von  Past Simple Formen und den Present Perfect Formen. Beim Durchlesen wollte einfach nichts hängen bleiben. Dann legte ich mich aufs Sofa, die Liste vor mir, und sang sie mir einfach vor. Immer schön von links nach rechts und Zeile für Zeile. Nach ein paar Wiederholungen waren die Verbformen tatsächlich drin und die Klassenarbeit gerettet.

Das beste – auch heute noch, Jahrzehnte später, kann ich die unregelmäßigen Verben singend abrufen. Und ich bin wahrlich kein Gedächtnistalent. Mein Chemieleistungskurs scheint kaum Spuren in meinem Gedächtnis hinter lassen zu haben. Aber bei den englischen Vokabeln funktioniert es.  Der Infinitiv reicht aus, und die anderen Formen tauchen sofort als Klang auf. Diese Methode funktioniert auch sehr gut, wenn du Verben mit Präpositionen lernen willst oder Wortgruppen.

Diese Lernmethode eignet sich natürlich am besten im stillen Kämmerchen, sonst besteht die Gefahr, dass sich eventuelle Zuhörer vor Lachen biegen. Auch dich wird es zum Schmunzeln bringen, wenn du die Verbformen vertonst. Das ist prima, denn gute Laune fördert das Lernen und du wirst zu den wenigen gehören, bei denen Vokabeln lernen gleichzeitig für gute Laune sorgt.

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Februar 6th, 2017 by DR_vip

Mit Formeln und Farben kannst du dir Grammatik super schnell einprägen. Mit Formeln? Aber ja! Und zwar mit deinen eigenen Formeln, die vielleicht sogar nur du verstehen kannst. Richtig, du selbst kreierst die Formeln nach deinem Gutdünken.

Mathematische Gesetze brauchst du dabei nicht zu beachten, aber Zeichen wie „+“ oder „=“ kannst du dabei prima gebrauchen.

Ein Beispiel: „Im Nebensatz folgt auf die Konjunktion, zum Beispiel „aber“ oder „und“ an erster Stelle das Subjekt und dann das finite Verb“. Daraus kannst du dir eine einfache Formel basteln:
□ S + V
Damit entspricht dies der üblichen – und dir vielleicht schon bekannten –  Wortstellung eines Hauptsatzes. Du kannst also noch ein „normal“ dazu schreiben. □ steht für Konjunktion, S für Subjekt und V für finites Verb
Bei einer Subjunktion wie „als“ oder „dass“ sieht die Wortformel folglich so aus:
□ S + Info + V.
Hier steht □ für die Subjunktion.

Wenn du erst mal damit angefangen hast, wirst du erstaunt sein, wie leicht dir das Formulieren von Kürzeln und Formeln fallen wird.
Eine Formel ist für das Gehirn wie ein Bild und damit leichter abzurufen als eine Reihe von Sätzen. Damit ist es ein für allemal vorbei mit der berühmten Frage „wie war das nochmal?“. Deine Formel ist kurz und dein geistiges Auge kann sie dir klar und schnell anzeigen, sobald du sie brauchst. Am besten du markierst deine Formel farbig, das erhöht den visuellen Effekt.

Wie auch in der Mathematik ist dennoch etwas Übung ratsam. Der Satz des Pythagoras ist zwar einleuchtend, aber erst Beispiele und Übungen machen seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten deutlich. So ist es auch mit der Grammatik. Du suchst dir selbst aus, wie viel du davon haben möchtest und brauchst.

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Januar 26th, 2017 by DR_vip

Bereite dich auf anstehende Themen vor. Du hast ein Meeting auf Englisch, Spanisch oder Italienisch, dann ist es vielleicht eines der ersten in der fremden Sprache, aber nicht dein erstes Meeting. Also weißt du auch, was im Groben besprochen wird. Plan deine Antworten vorab, und sollte dir die eine oder andere Vokabel fehlen –ab damit in dein Vokabelheft!

Und nun heißt es, Meeting proben! Stell dir mögliche Fragen deines Gesprächspartners vor und beantworte sie laut. Am besten vor dem Spiegel. Ganz wichtig: Grammatik und Vokabular sind zwar elementar, aber noch wichtiger sind deine Mimik und Gestik. Perfekte Sätze in der Fremdsprache ausgesprochen, aber ohne Vertrauen schaffende Gesten, bringen nicht, und zwar rein gar nicht, das gewünschte Verhandlungsergebnis.

Viel wichtiger als astreine Sätze in der Fremdsprache ist deine Körpersprache. Dein Körper kann mehr übersetzen als du dir vorstellen kannst. Ich habe häufig erlebt, wie sonst umgängliche und ausdrucksstarke Geschäftsleute beim Verhandeln in einer Fremdsprache einfach nur sichtbar steif und unnahbar wirkten. Warum? Weil die Anstrengung, in der Fremdsprache alles perfekt machen zu wollen, die ansonsten so erfolgreiche und sympathische Körpersprache unsichtbar machte.

Egal wie ernst die Verhandlung ist, ein Lächeln an der richtigen Stelle ist einfach und hilft galant über eine fehlende Vokabel hinweg.

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Dezember 9th, 2016 by DR_vip

weg-1200pxJeder einzelne deiner fünf Sinne bringt dich voran und hilft dir beim Lernen einer Fremdsprache. Und zwar nur zusammen! Häufig wird das Sehen damit das Lesen über alles gestellt. Aber das macht dich einseitig.

Zu einer meiner Sprachcoaching Sitzungen  kam eine Schülerin. Sie war bienenfleißig. Sie schrieb jede Vokabel auf, machte zig Übungen zur Grammatik. Alles schriftlich. Seit zwei Jahren paukte sie auf diese Weise spanisch. Frustriert und mit der Absicht, das Spanisch lernen an den Nagel zu hängen, wollte sie einen letzten Versuch starten. Systematische Grammatikübungen machte sie bravurös. Sagte ich etwas auf Spanisch zu ihr, zuckte sie zusammen, verlor sich und verstand vor Schreck nichts. Klar, dass sie frustriert war, denn ihr Ziel war es, sich auf Spanisch verständlich machen zu können. Das geht mit Grammatikzetteln nicht. Denn verständlich machen bedeutet vor allem sprechen. Sie hatte zwar einen Berg theoretischen Wissens in ihrem Hirn angehäuft, aber halt nur einseitig. Sprechen, hören und vor allem experimentieren waren völlig untrainiert.

Am besten ist es, alle fünf Sinne von Anfang an mit einzubeziehen. Natürlich kannst du deinem „Lieblingssinn“ dabei den Vorrang geben. Vor allem am Anfang sind viele – mich eingeschlossen – auf das Visuelle angewiesen. Ich kann mir Laute lang nicht so gut merken wie Wörter, die ich geschrieben sehe. Trotzdem ist es wichtig, von Anfang an möglichst alle Sinne mit einzubeziehen. Es macht nichts aus, wenn du das Gehörte nicht verstehst. Für mich hörte sich Russisch am Anfang frustrierend unverständlich an. Aber genau darin besteht der Trick. Da ich sowieso nicht davon ausging, etwas zu verstehen, konnte ich mir russische Audios ganz entspannt anhören, ohne den Gedanken, doch etwas verstehen zu müssen.

Das sieht bei unseren „Lieblingssinnen“ ganz anders aus. Obwohl ich es gewohnt bin, mir Bilder schnell einprägen zu können, wurde ich beim Russisch-Vokabeln lernen eines Besseren belehrt. Ich konnte – und kann – mir diese Symbolkonstrukte nur schwer merken. Schnell ist dann das Frustniveau erreicht, wenn nach dreimaligem Durchlesen der Vokabeln keine einzige hängenbleibt. Genau da sollten die anderen Sinne nicht unterschätzt werden. Statt entnervt das Vokabelheft wegzulegen, einfach das Audio anmachen, zuhören und dem Hörsinn die Arbeit überlassen. Musik eignet sich dabei fantastisch, denn es ist doch einfach herrlich, schöne Lieder zu hören. Und da es herrlich ist, sind wir gutgelaunt und gutgelaunt lernt es sich viel effektiver.

Die visuelle und auditive Wahrnehmung sind beim Sprachen lernen sicherlich die wichtigeren Sinne, aber auch Riechen, Schmecken und Tasten können zum Lernerfolg beitragen. Zwar brachte ich bei meinem ersten Besuch in einem russischen Café keinen Satz heraus, aber der Kellner war so freundlich, der bestellte Tee roch und schmeckte so köstlich, dass ich nach diesem Kaffeebesuch tatsächlich etliche Vokabeln aktivieren konnte. Gegenstände anfassen und deren Namen vor sich hin murmeln bringt häufig auch mehr, als das Wort nur auf dem Papier  zu lesen.

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