Februar 2nd, 2017 by DR_vip

Wenn du einen gewissen Grundwortschatz hast, dann wird es erst richtig interessant. Jetzt hast du Lust, dich in der fremden Sprache auszudrücken. Welches Vokabular du dafür brauchst, kannst du recht einfach feststellen, indem du dir eine Situation ausdenkst, in der du dich gern in der Fremdsprache verständlich machen möchtest. Stell dir vor, du triffst jemanden auf einer Party und möchtest dich mit der Person unterhalten. Oder du bist auf einer Messe und willst mögliche Geschäftspartner ansprechen. Was willst du sagen? Schreib das auf und dann schau, welche Vokabeln dir fehlen. Mal dir die jeweilige Situation recht detailgetreu aus. Vor allem, wenn du über das Stadium der allgemeinen Begrüßung in der Fremdsprache hinaus bist. Jeder Mensch hat sein eigenes Vokabular.

Jetzt wird dein Vokabelheft richtig wertvoll, denn es füllt sich mit den Vokabeln und Formulierungen, die für dich wichtig sind. Vor allem die Formulierungen sind nicht zu unterschätzen. Jeder Mensch hat eine andere Art sich auszudrücken und fühlt sich sicherer, wenn er sich auf ähnliche Weise auch in einer Fremdsprache ausdrücken kann. Wer „herzlich willkommen“ sagen möchte, sollte in der Fremdsprache mangels Vokabular nicht auf „hallo“ ausweichen müssen.

Damit fällt auch das Lernen einfacher. Denn vielleicht stehen schon die nächste Messe oder die nächste Party vor der Tür, so dass du deine Vokabeln direkt anwenden kannst. Die Individualisierung des Wortschatzes in der Fremdsprache ist dein Turboantrieb auf dem Weg zu deinem Fremdsprachenziel. Automatisch lernst du so schneller, weil es dir wichtig ist. Viel wichtiger, als mühevoll Vokabular über kulturelle Themen zu lernen, die dich im Moment vielleicht noch gar nicht interessieren.

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Januar 23rd, 2017 by DR_vip

Über das Alter, wo dir gesagt wurde „geh auf dein Zimmer zum Lernen“ bist du hinaus. Du bist frei, da zu lernen, wo du willst. Und wenn du das erstmal verinnerlicht hast, dann wirst du erstaunt sein, wo du überall lernen kannst. Das „ wenn ich nach Hause komme, dann setz ich mich zum Lernen hin“ erledigt sich von selbst und wahrscheinlich wirst du zuhause kaum noch lernen, weil du das schon „zwischendurch“ erledigt hast. Am Schreibtisch verbringst du voraussichtlich sowieso schon mehr Zeit als dir lieb ist, deshalb such dir eine schreibtischfreie Zone. Meine Arbeitstage sind recht streng und häufig im dicken, zweistelligen Stundenbereich. Also noch länger am Schreibtisch zu sitzen? Mit Sicherheit nein! Viel verlockender ist es, mal kurz einen Kaffeestopp einzulegen. Einen heißen café con leche vor mir, Blick aufs bunte Dorfleben und schon lernt es sich leichter.

Gerade diese schönen, kurzen Moment kommen doch sowieso viel zu kurz, weil sie als „nicht produktiv“ unschön abgestempelt werden. „An den Strand fahren? Na ja, aber dann bin ich ja nicht produktiv.“ Kennst du das? Ich schon, da ich als Freiberufler ein Stundensammler bin. Produziere ich nicht, verdiene ich nichts. Und im Arbeitseifer werden die so wichtigen, schönen Momente schnell ins „nicht dringend“ Fach geschoben. Jetzt ist es anders. Die Fremdsprache habe ich mit „dringend“ versehen. Lerne ich am Strand, mache ich also etwas „Dringendes“ und schon ist mein allzu pflichtbewusster Arbeitseifer überlistet.

Ein vergnüglicher Nebeneffekt sind soziale Kontakte, die im Arbeitsalltag auch häufig ein Schattendasein führen. So ein Vokabelheft, in dem eifrig herum gestrichen wird, ist halt ungewöhnlicher als das übliche Handyklicken und Ungewöhnliches zieht Aufmerksamkeit und manch spontanes Gespräch an.

Wenn du keine Lust auf Vokabeln und Co im Café hast, dann nimm kauf dir eine Zeitung oder noch besser ein Klatschblatt – das du in deiner Sprache natürlich nie in aller Öffentlichkeit lesen würdest – und versuche Titel zu erraten oder lese Bildunterschriften. Internationale Zeitungen findest du in jeder großen Stadt (Flughafen, Bahnhof, Kioske…). Ein prima Gefühl, im bayerischen München mit einer spanischen Zeitung zu sitzen.

Kurzum: Such dir die schönsten und ungewöhnlichsten Orte zum Lernen.

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Dezember 13th, 2016 by DR_vip

vocabularyLass dich bitte jetzt nicht vom Wort „Vokabelheft“ vergraulen. Ich weiß, jetzt kommt ein Vorschlag, der anfangs keine Beifallsstürme erhält. Später sieht das allerdings ganz anders aus. Meine Live-Schüler haben den Vorteil, dass Sie diesen Vorschlag nicht gleich am Anfang serviert bekommen. Denn allein das Hören des Wortes „Vokabelheft“ ruft Erinnerungen an graue, ungeliebte Schulhefte und Vokabeltests hervor.

Um diese Erinnerungen zu löschen ist der erste Schritt der Kauf des Vokabelheftes: Kauf dir das schönste Büchlein, das du finden kannst. Ich rate zu DIN A5 mit Ringbindung. Groß genug, damit du bequem schreiben kannst und klein genug für fast jede Tasche. Kauf es schön oder mach es dir schön. Du findest das kindisch? Genau! Du sollst dich schon beim in die Hand nehmen daran freuen. Beklebe es, kaufe  es in deiner Lieblingsfarbe, beschrifte es.
Wer will, kann natürlich auch mit Karteikarten arbeiten. Die haben natürlich auch ihre Vorteile, sind für mich aber mehr zum ergänzenden Lernen geeignet. Außerdem stecken sie entweder ungesehen in ihrem Karteikasten oder verteilen sich großzügig an den unmöglichsten Orten.

Gerade zum Lernen und Wiederholen von Vokabeln ist das DIN A5 Ringbuch unschlagbar. Einfach immer in der Tasche dabei haben. Die Freundin verspätet sich 5 Minuten? Ein Griff in die Handtasche, Vokabelheft aufschlagen und schon sind ein paar Wörter gelernt oder wiederholt. Es macht auch nichts, wenn das Vokabelheft im Laufe der Zeit die verschiedensten Gebrauchsspuren sammelt. Der Kaffeefleck auf der Seite mit den unregelmäßigen Verben macht diese einzigartig und viel einprägsamer. Je mehr Patina, desto wertvoller und erinnerungsschwerer wird dein Vokabelheft.

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